Titel

Verbesserung des Ernährungsstatus bezüglich Nicotinamid (Vitamin B3) und Verlauf der COVID-19-Erkrankung (COVit)

Kurzzusammenfassung

Viele Studien zeigen, dass der menschliche Körper bei andauernden Entzündungen die essentielle Aminosäure Tryptophan (einen Baustein von Eiweißen) abbaut und in manche Stoffwechselprodukte umwandelt, die entzündungsfördernd sind. Darüber hinaus wird Deckzellen der Lunge und des Darms lebenswichtige Energie entzogen. Diese Reaktion könnte bei Infekten eher ungünstig sein. Dafür gibt es zahlreiche Daten aus Tiermodellen, aber auch Beobachtungen am Menschen (u. a. auch in Patientinnen und Patienten mit Influenza/Grippe-Infektionen). Die Zuführung von vermehrten Mengen an Tryptophan über Nahrungsergänzungsmittel ist nicht unproblematisch. Viel wichtiger ist ein Stoffwechselprodukt, das Vitamin B3. Dieses ist als Nahrungsergänzungsmittel in Mengen bis 900 mg/Tag für die lebenslange tägliche Aufnahme als unbedenklich eingestuft. Vitamin B3 wird ebenso wie Tryptophan über die Nahrung nur in geringem Umfang zugeführt; die wesentlichen Mengen, die dem Körper zur Verfügung stehen, werden durch das Darm-Mikrobiom produziert. Aufgrund der Literatur erscheint es wahrscheinlich, dass eine Nahrungsergänzung mit Nicotinamid (einer Form von Vitamin B3) die Behandlung einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 (COVID-19-Krankheit) unterstützen kann. In der COVit-Studie sollen je 650 Patienten zu einem frühen Zeitpunkt ihrer COVID-19-Erkrankung täglich für 4 Wochen entweder 1.000 mg/Tag Vitamin B3 oder (in der Kontrollgruppe) 245 mg Kieselerde einnehmen. Dann soll untersucht werden, ob in der Vitamin-B3-Gruppe seltener schwere Krankheitsverläufe auftreten. Die Patienten registrieren sich online und werden telefonisch betreut, damit auch Patienten in häuslicher Quarantäne teilnehmen können. Neben dem Erstgespräch und Kontrollanrufen nach 2 und 4 Wochen wird nach 6 Wochen und 6 Monaten der weitere Kranheitsverlauf erfragt. Patienten des UKSH in Kiel können zudem Bioproben (Serum und Stuhl) für molekulare Analysen abgeben. Die Studie soll schnell zeigen, ob eine Nahrungsergänzung mit Vitamin B3 den Verlauf der COVID-19-Krankheit abmildern kann.

Zentren/Kontakt:

Universitätsklinikum Kiel, Prof. Dr. Stefan Schreiber, Telefon: 0431 500-22201, Email: s.schreiber@mucosa.de

Details

 

Stand: 08.05.2020, Quelle: www.drks.de

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