Glossar-Eintrag

Graft-versus-Host-Reaktion

Die Graft-versus-Host-Reaktion, kurz GvHR bzw. meist Graft-versus-Host-Disease (GvHD) genannt, ist eine mögliche Komplikation nach einer allogenen Stammzelltransplantation. Dabei greifen Immunzellen des Spenders gesundes Gewebe des Empfängers an, weil sie es als fremd erkennen. Die Reaktion richtet sich also vom Transplantat gegen den Körper des Patienten – nicht umgekehrt.

Besonders häufig betroffen sind Haut, Darm und Leber. Mögliche Beschwerden sind Hautausschlag, starker Durchfall, Bauchschmerzen oder Veränderungen der Leberwerte.

Man unterscheidet eine akute und eine chronische GvHD. Die chronische Form kann zahlreiche Organe betreffen, beispielsweise Haut, Augen, Mund, Lunge oder Gelenke.

Zur Vorbeugung erhalten Patienten nach einer allogenen Stammzelltransplantation Medikamente, die bestimmte Immunreaktionen unterdrücken. Eine bestehende GvHD wird häufig mit Glukokortikoiden und weiteren immunsuppressiven oder immunmodulierenden Medikamenten behandelt.

Von der GvHD zu unterscheiden ist der erwünschte Graft-versus-Leukemia-Effekt: Spender-Immunzellen können auch verbliebene Leukämie- oder andere Krebszellen erkennen und zerstören.

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