1129 Begriffe

Medizinisches Glossar

Medizinische Fachbegriffe zu klinischen Studien und Krebstherapien einfach erklärt.

Keywords
  • a
  • b
  • c
  • d
  • e
  • f
  • g
  • h
  • i
  • j
  • k
  • l
  • m
  • n
  • o
  • p
  • q
  • r
  • s
  • t
  • u
  • v
  • w
  • x
  • y
  • z

Adenom

gutartiger Tumor – von Drüsengewebe ausgehend; Adenome sind Neubildungen, die aus einer überschießenden Vermehrung von Drüsenzellen entstehen. Sie treten an unterschiedlichsten Regionen des Körpers auf und können sowohl äußerlich sicht- oder tastbar (z.B. Fibroadenom der Brust) als auch an inneren Organen oder Strukturen völlig unsichtbar sein (z.B. Polypen im Darm). Beispielsweise entstehen Adenome an der Hirnanhangsdrüse (Hypophysenadenom), der Schilddrüse (Schilddrüsenadenom) oder der Nebenniere (Nebennierenadenom). Oft werden diese erst zufällig in einer Bildgebung wie einem CT oder einer Ultraschalluntersuchung erkannt. Im Gegensatz zu malignen Tumoren bilden sich Adenome nicht in andere Körperregionen aus und können, sofern ihr Wachstum die Funktion der Drüse oder des Organs nicht einschränkt, an Ort und Stelle belassen werden. Treten durch das Adenom Symptome auf, wie beispielsweise Sehstörungen oder Kopfschmerzen beim Hypophysenadenom oder Störungen der Schilddrüsenfunktion beim Schilddrüsenadenom, kann eine operative Entfernung oder eine medikamentöse Therapie in Frage kommen. Im Fall der Adenome, die sich in Form von Polypen im Darm bilden, können hieraus über viele Jahre hinweg auch bösartige Tumoren entstehen. Daher ist die Darmspiegelung (Koloskopie) als Vorsorgemaßnahme ab 50 Jahren bei Männern bzw. 55 Jahren bei Frauen eine stark empfohlene Untersuchung. Da zunächst die gutartigen Adenome entstehen, die dann beobachtet oder auch abgetragen werden können, und es sehr lange dauert bis sich ein bösartiger Tumor entwickelt, wird durch die Darmkrebsvorsorge die Wahrscheinlichkeit um ein Vielfaches höher, dass der bösartige Tumor in einem sehr frühen, gut behandelbaren Stadium erkannt wird oder gar nicht erst entsteht.

 

Autologe Stammzelltransplantation

Bei der autologen Stammzelltransplantation („auto-“ ist griechisch und bedeutet „selbst“) werden dem Patienten seine eigenen Blutstammzellen zurückgegeben. Dies dient der schnelleren Erholung der Blutbildung nach einer Hochdosischemotherapie. Ziel der Behandlung Sichere Durchführung einer Hochdosischemotherapie, welche ein möglichst tiefes Ansprechen der vorliegenden Krebserkrankung mit weitestmöglicher Reduktion von noch vorhandenen Krebszellen erreichen soll. Ablauf der autologen Stammzelltransplantation Die eigenen Stammzellen werden in der Regel nach einer vorausgegangenen Mobilisierungschemotheapie aus der peripheren Blutbahn gesammelt. Sie werden dann mittels flüssigem Stickstoff gefroren und für den späteren Einsatz gelagert. Am häufigsten werden eigenen Stammzellen vor einer geplanten Hochdosischemotherapie gesammelt. Nach einer Hochdosischemotherapie würde sich die Blutbildung nur sehr langsam wieder erholen. Durch die Rückgabe (autologe Transplantation) der Stammzellen kann die Zeit der Erholung der Blutbildung deutlich verkürzt werden. Sie tritt in er Regel ca. 10-14 Tage nach autologer Transplantation ein. Einsatzgebiete Nach Hochdosischemotherapie beim Multiplen Myelom, bei Lymphomen oder Hodentumoren. Häufige Nebenwirkungen der autologen Stammzelltransplantation Durch die vorausgegangene Hochdosischemotherapie tritt eine Phase mit niedrigen Blutwerten ein, in diese Phase können gehäuft Infektionen auftreten, diese können in der Regel gut mit mit Antibiotika behandelt werden. Zur Unterstützung der Blutbildung sind vorübergehend Transfusion von Blutprodukten (Erythrozytenkonzentraten, Thrombozytenkonzentraten) erforderlich. Häufig kommt es als Nebenwirkung der Hochdosischemotherapie zu einer Schleimhautentzündung (Mukositis). Die autologe Stammzelltransplantation ist ein Therapieverfahren, welches an dafür zertifizierten Zentren durchgeführt wird. Autologe Stammzelltransplantation versus CAR T-Zell Therapie Für PatientInnen die an einem aggressiven Lymphom erkrankt sind, konnte in klinischen Studien gezeigt werden, dass die CAR T-Zell Therapie der autologen Stammzelltransplantation im Frührezidiv oder bei einem nicht-Ansprechen auf die erste Behandlung, überlegen ist. Beim Multiplen Myleom wird zur Zeit in klinischen Studien untersucht, ob andere Therapieverfahren, wie zum Beispiel die CAR T-Zell Therapie, ähnlich gute oder bessere Behandlungsergebnisse erzielen. Unterschied zwischen autologer und allogener Stammzelltransplantation Generell muss die autologe Stammzelltransplantation von der allogenen („allo-“ ist griechisch und bedeutet „fremd“) Stammzelltransplantation unterschieden werden. Die allogenen (vom Fremdspender gewonnen) Stammzellen werden am häufigsten in der Behandlung von akuten Leukämien eingesetzt. Der Vorteil der fremden Stammzellen ist der sogenannte Graft-versus Leukemia Effekt. Dies bedeutet, dass sich das neue fremde Immunsystem gegen die Leukämiezellen kämpft. Die allogene Stammzelltransplantation hat jedoch häufig mehr und schwere Nebenwirkungen als die autologe Stammzelltransplantation. Quellen: JACIE, European Society for Blood and Marrow Transplantation, Onkopedia

 

Erfahren Sie hier alle Behandlungsoptionen für Ihre individuelle Krebserkrankung

Wir unterstützen Krebspatienten dabei, passende klinische Studien zu finden – kostenlos, persönlich und mit Expertenwissen.

Rechtliches

AGB

Wichtig: In den Texten auf unserer Webseite benutzen wir einheitlich die männliche Form. Das ist leichter zu lesen. Gemeint sind alle Menschen.

© 2026 iuvando GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Mit Hoffnung und Expertise für Patienten.