Dr. Jann Arends: Bei Appetitlosigkeit ist es wichtig, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um eben doch möglichst ausreichend essen zu können. Vor dem Essen ist ein Spaziergang sinnvoll, es können Appetitanreger (z.B. Kräuter, Aperitif, Bittertropfen, Tee) versucht werden. Gute Rahmenbedingungen sind mild gewürzte, lieber gedünstete als gebratene leicht verträgliche und geruchsarme angerichtete Speisen, eine angenehme Atmosphäre beim Essen, ausreichend Zeit, eventuell Ablenkung durch Gespräche, Radio, TV. Es kann hilfreich sein, „nach der Uhr“, auch ohne Hunger, zu essen und kleine energiereiche Snacks für Zwischendurch bereit zu legen. Mit einer Ernährungsfachkraft sollte ein Anreichern der Speisen mit Fett und Protein besprochen werden. Bleibt dies unzureichend, können bilanzierte Trinknahrungen zusätzlich eingenommen werden. Solche nährstoffreichen Lösungen können in neutraler Geschmacksrichtung Speisen zugemischt werden; als Zwischenmahlzeiten können sie in unterschiedlicher Konsistenzform und in diversen Geschmacksrichtungen probiert werden.
Ist Essen fast oder gänzlich unmöglich, so gibt es die Möglichkeiten einer Sondenernährung bei funktionsfähigem Dünndarm und einer intravenös-parenteralen Ernährung, die den Magen-Darmtrakt komplett umgeht. Eine solche „künstliche“ Ernährung kann alle für den Bedarf erforderlichen Nährstoffe, Vitamine, Spurenelemente und Energieträger zuführen.