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Wenn bei einer Blutuntersuchung zufällig ein sogenanntes monoklonales Protein entdeckt wird, steht oft die Frage im Raum: Handelt es sich „nur“ um eine monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS) oder bereits um ein Multiples Myelom? Die Unterscheidung ist wichtig, da die monoklonale Gammopathie in der Regel keine Beschwerden macht und nur überwacht wird, während das Multiple Myelom eine behandlungsbedürftige Krebserkrankung ist.
Definition: Eine monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz ist eine gutartige Krebsvorstufe, bei der bestimmte Antikörper (Immunglobuline) im Blut vermehrt gebildet werden.
Häufigkeit: MGUS ist relativ häufig, vor allem bei älteren Menschen. Etwa 3–4 % der über 50-Jährigen sind betroffen.
Symptome: MGUS verursacht meist keine Beschwerden und wird oft zufällig bei Bluttests entdeckt.
Risiko: Pro Jahr entwickeln etwa 1 % der Betroffenen der Betreffonen Personen ein Multiples Myelom oder eine verwandte Erkrankung.
Das Multiple Myelom ist eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks, bei der sich krankhafte Plasmazellen unkontrolliert vermehren. Typische Symptome sind Knochenschmerzen, Blutarmut, Infektanfälligkeit oder Nierenprobleme. Anders als bei einer MGUS ist beim Multiplen Myelom eine Behandlung notwendig – mit Medikamentenkombinationen, Stammzelltransplantation oder modernen Immuntherapien.
Monoklonale Gammopathie (MGUS) oder Multiples Myelom – was ist der Unterschied?
Vor der Entscheidung über eine Behandlung ist es wichtig, die genaue Diagnose zu stellen. Die Abgrenzung zwischen einer monoklonalen Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS), einem schwelenden Myelom (SMM) und einem symptomatischen Multiplen Myelom ist entscheidend. Die International Myeloma Working Group (IMWG) hat klare Kriterien definiert:
Dies ist ein Zwischenstadium. Eiweißwerte im Blut und Urin sowie Plasmazellen im Knochenmark können schon deutlich erhöht sein.
MGUS erfordert keine Behandlung, sondern lediglich regelmäßige Kontrollen beim Hämatologen.
Multiples Myelom muss aktiv behandelt werden, da es unbehandelt fortschreitet und lebensbedrohlich ist.
Die frühe Erkennung ermöglicht eine rechtzeitige Therapie und bessere Prognosen.
Nicht jede monoklonale Gammopathie bedeutet automatisch Krebs. MGUS ist eine häufige, meist harmlose Vorstufe, die jedoch ein gewisses Risiko birgt, in ein Multiples Myelom überzugehen. Ein Multiples Myelom muss nicht immer sofort behandelt werden. Die Entscheidung hängt von den diagnostischen Kriterien und den individuellen Beschwerden des Patienten ab. Die SLiM-CRAB-Kriterien bieten eine klare Orientierung, wann eine Therapie notwendig ist.
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