Im Rahmen einer Therapie gegen Krebs und der Sorge um Nervenschäden aufgrund der Chemotherapie haben Betroffene häufig ähnliche Fragen. Wir beantworten Sie Ihnen.
Bei welchem Krebs kommt es zur Polyneuropathie?
Zwar kann eine Krebserkrankung selbst Ursache für eine Polyneuropathie sein, wenn es zu einer Vermehrung bestimmter Eiweißstoffe im Blut kommt (Paraproteinämie) und diese sich in und um die Nerven ablagern und so zu einer Nervenschädigung führen. Dies kann beispielsweise beim Multiplen Myelom vorkommen.
Polyneuropathische Beschwerden entstehen jedoch in den meisten Fällen durch die Behandlung der Krebserkrankung mit unterschiedlichen Krebsmedikamenten, den sogenannten Zytostatika.
Zytostatika haben nicht nur einen schädlichen Einfluss auf Krebszellen, sondern wirken sich auch auf gesunde Körperzellen aus. Einige von Ihnen sind neurotoxisch. Sie schädigen also die Nerven.
In diesem Fall spricht man von einer Chemotherapie-induzierten Polyneuropathie (CIPN), die ca. 35% – 50% aller onkologischen Patient:innen zumindest zeitweise betrifft.
Ist die Polyneuropathie heilbar?
Die eigentliche Ursache, also die nervenschädigende Wirkung der Therapie lässt sich nicht behandeln. Aktuell ist kein Medikament verfügbar, um die Nerven während der Therapie zu schützen. Aus diesem Grunde ist eine frühzeitige unterstützende Behandlung der Beschwerden entscheidend, um den Verlauf der Polyneuropathie zu mildern.
Die gute Nachricht: In vielen Fällen bildet sich die Polyneuropathie allmählich selbst wieder zurück, sobald die Behandlung abgeschlossen ist.
Bei welcher Chemotherapie muss ich mit einer Polyneuropathie rechnen?
Die Sorge, eine Polyneuropathie als Nebenwirkung der Chemotherapie zu entwickeln, ist bei vielen Betroffenen groß. Doch nicht jeder Wirkstoff führt zur Schädigung der Nerven.
Einige Wirkstoffe, die zur Krebsbehandlung eingesetzt werden, führen verstärkt zum Auftreten einer Polyneuropathie, während bei anderen eine Nervenschädigung äußerst selten ist.
Die untenstehende Tabelle listet Wirkstoffe auf, die vermehrt zur Polyneuropathie führen.