Was ist der Unterschied zwischen Plattenepithelkarzinom und Adenokarzinom?
Der Hauptunterschied liegt in der Herkunft der Krebszellen:
-
Ein Adenokarzinom entsteht aus drüsenartigem Gewebe und liegt oft in den äußeren Bereichen der Lunge.
-
Ein Plattenepithelkarzinom entsteht aus Zellen, die die Atemwege auskleiden, und wächst meist zentral in den Bronchien.
Wer bekommt welches Lungenkarzinom häufiger?
-
Adenokarzinome treten häufiger bei NichtraucherInnen oder ehemaligen RaucherInnen und bei Frauen auf
-
Plattenepithelkarzinome finden sich überwiegend bei langjährigen RaucherInnen und treten häufiger bei Männern auf.
Warum ist die genaue Einteilung des Lungenkrebses so wichtig?
Die genaue Bestimmung des Subtyps ist entscheidend, weil Therapie und Prognose unterschiedlich sein können. Bei Adenokarzinomen kann z. B. eine gezielte Therapie bei bestimmten Genveränderungen eingesetzt werden – das ist bei Plattenepithelkarzinomen seltener möglich.
Was bedeutet PD-L1, EGFR oder ALK bei Lungenkrebs?
Das sind biologische Merkmale (Marker) im Tumor:
-
PD-L1 hilft einzuschätzen, ob eine Immuntherapie wirksam sein kann.
-
EGFR, ALK, KRAS sind Genveränderungen, die bei Adenokarzinomen auftreten können – sie ermöglichen den Einsatz von zielgerichteten Medikamenten (Targeted Therapy).
Wie unterscheiden sich die Behandlungen bei Adeno- und Plattenepithelkarzinomen?
-
Beim Adenokarzinom kann der Nachweis von Treibermutationen gezielte Therapien ermöglichen – z. B. mit Tabletten.
-
Beim Plattenepithelkarzinom steht häufig eine Kombination aus Chemo- und Immuntherapie im Vordergrund, weil Treibermutationen seltener sind.
Welche Form ist gefährlicher – Adenokarzinom oder Plattenepithelkarzinom?
Beide sind bösartige Krebsarten mit ernstem Verlauf. Die Prognose hängt weniger vom Subtyp als von Stadium, Allgemeinzustand der PatientInnen und molekularen Merkmalen ab.
Gibt es neue Therapien in Studien?
Ja. Besonders bei fortgeschrittenem Lungenkrebs werden neue Medikamente wie Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (z. B. Datopotamab Deruxtecan) und neue Immuntherapien getestet. Diese richten sich teilweise gezielt an bestimmte Subgruppen von PatientInnen.
Gibt es auch speziell beim Plattenepithelkarzinom Studien?
Ja. Erste Daten zeigen, dass eine Therapie mit dem bispezifischen Antikörper IMA401 bei PatientInnen mit Plattenepithelkarzinomen wirken kann. Wichtig ist, dass die Tumorzellen das MAGEA4/8-Peptidauf HLA-A*02:01 präsentieren, da IMA401 speziell für diese Kombination entwickelt wurde. Prinzipiell können alle Patientinnen mit soliden Tumoren auf diese Kombination getestet werden.