Die kürzlich im New England Journal of Medicine (NEJM) veröffentlichte Phase-3-AQUILA-Studie verglich Daratumumab mit einer rein beobachtenden Strategie (Active Monitoring) bei PatientInnen mit hochrisiko-schwelendem Multiplen Myelom. Risikofaktoren für ein hohes Risiko waren in der Studie: Ein Serum-M-Protein-Spiegel von mindestens 30 g/l, eine IgA-Erkrankung, eine Immunparese (verminderte Konzentration von zwei unbeteiligten Immunglobulinen), ein Quotient der betroffenen Leichtkette zur nicht betroffenen von mindestens 8 bis 100 oder ein Anteil der klonalen Plasmazellen im Knochenmark von 50-60 %.
Hier die wichtigsten Ergebnisse:
Studienaufbau
390 Patienten mit hochrisiko SMM wurden in zwei Gruppen randomisiert:
Daratumumab-Gruppe: Patienten erhielten eine Monotherapie mit Daratumumab.
Active Monitoring-Gruppe: Patienten wurden ohne aktive Behandlung engmaschig überwacht.
Primärer Endpunkt der Studie war das Krankheits-freie ( das sogenannte Progressions-freies) Überleben (PFS).
Die mediane Zeit bis zum Fortschreiten zur symptomatischen Erkrankung war in der Daratumumab-Gruppe deutlich länger.
Nach 5 Jahren entwickelten 34,5 % der PatientInnen in der Daratumumab-Gruppe ein Multiples Myelom oder verstarben, während in der Vergleichsgruppe bei knapp mehr als der Hälfte der PatientInnen (50,5 %) die Erkrankung in ein Multiples Myelom überging oder die PatientInnen verstarben.
- 5-Jahres-Krankheits-freies Überleben:
- Daratumumab: 63,1 %
- Active Monitoring: 40,8 %
Sicherheit
Die Behandlung mit Daratumumab war insgesamt gut verträglich. Es wurden jedoch mehr Nebenwirkungen beobachtet im Vergleich zur Kontrollgruppe.
Häufige Nebenwirkungen waren Fatigue (34,2 % versus 13,3 % in der Vergleichsgruppe), Infektionen der Atemwege (30,1 % versus 7,7 %), Durchfälle (27,5 % versus 5,1 %), Gelenkbeschwerden (26,9 % versus 17,9 %), Rückenschmerzen (23,8 % versus 19,4 %) oder auch Schlafstörungen (22,3 % versus 2,6 %).
Schlussfolgerung
Die Studie zeigte, dass Daratumumab das Fortschreiten zur symptomatischen Erkrankung signifikant verzögert und bei Patienten mit hohem Risiko-SMM sicher angewendet werden kann.









