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Das Multiple Myelom und das Plasmozytom gehören zur gleichen Krankheitsgruppe der Plasmazellerkrankungen, weisen jedoch einige wichtige Unterschiede in der Diagnostik und Therapie auf. In diesem Artikel erklären wir die Unterschiede auf Basis der Kriterien der International Myeloma Working Group (IMWG) und der Leitlinien von Onkopedia, und wir gehen darauf ein, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.
Ein Plasmozytom ist eine lokal begrenzte Ansammlung von bösartigen Plasmazellen, die häufig im Knochen auftritt. Diese Tumore können jedoch auch in Weichgeweben (z. B. in den oberen Atemwegen) vorkommen. Das wichtigste Merkmal des Plasmozytoms ist, dass die Krankheit in der Regel auf eine einzelne Stelle begrenzt ist und keine systemische Ausbreitung zeigt.
Die Prognose ist bei frühzeitiger Diagnose und lokal begrenzter Erkrankung gut. Allerdings besteht ein Risiko von 30-50 % für die Entwicklung eines Multiplen Myeloms
Das Multiple Myelom ist eine systemische Erkrankung, bei der sich bösartige Plasmazellen im Knochenmark ausbreiten. Diese Vermehrung beeinträchtigt die normale Blutbildung und führt zu Symptomen wie Knochenschmerzen, Anämie und Nierenproblemen. Die Diagnose eines Multiplen Myeloms erfolgt anhand der IMWG-Kriterien.
Klonale Plasmazellen im Knochenmark ≥ 60 %.
Abnormer freier Leichtkettenquotient (FLC) ≥ 100.
Mehr als eine fokale Läsion (≥ 5 mm) in der Magnetresonanztomographie.
Erhöhter Kalziumspiegel im Blut (> 2,75 mmol/l).
Niereninsuffizienz (Kreatinin ≥ 2,0 mg/dl).
Anämie (Hämoglobin < 10 g/dl).
Nachweis von Knochenläsionen/Osteolyse in der Bildgebung
Das Vorliegen eines einzigen SLiM- oder CRAB-Kriteriums reicht für die Empfehlung zur Behandlung des Multiplen Myeloms aus.
Initialtherapie: Kombinationstherapie mit CD38-Antikörpern (z. B. Daratumumab), Proteasom-Inhibitoren (Bortezomib), IMiDs (Lenalidomid) und Dexamethason.
Hochdosischemotherapie und autologe Stammzelltransplantation: Bei geeigneten PatientInnen.
Erhaltungstherapie: Oft mit Lenalidomid zur Verlängerung der Remission.
Neue Ansätze: CAR-T-Zell-Therapie und bispezifische Antikörper werden bei therapieresistenten Fällen eingesetzt.
Supportive Therapie: Osteoprotektion mit Bisphosphonaten oder Denosumab sowie ausreichende Schmerzbehandlung.
Trotz Fortschritten in der Therapie bleibt die Erkrankung oft nicht heilbar. Die Prognose hat sich durch neue Therapieansätze jedoch deutlich verbessert, hängt jedoch von Faktoren wie den genetischen Veränderungen der Erkrankung und dem Ansprechen auf die Behandlung ab.
| Merkmal | Plasmozytom | Multiples Myelom |
|---|---|---|
| Erkrankungstyp | Lokal begrenzt | Systemisch |
| Klonale Plasmazellen | < 10 % im Knochenmark | ≥ 10 % im Knochenmark |
| SLiM-CRAB-Kriterien | Nicht vorhanden | Mindestens ein SLiM- oder CRAB-Kriterium |
| Therapieansatz | Lokale Therapie (Bestrahlung/OP) | Systemische Therapie |
| Prognose | Gute Prognose bei früher Diagnose; Risiko einer Progression zu MM (30-50 %) | Deutlich verbesserte Überlebenszeit durch neue Therapien, jedoch oft nicht heilbar |
Die Abgrenzung zwischen Plasmozytom und Multiplem Myelom ist essenziell für die richtige Behandlungsstrategie. Während das Plasmozytom oft durch lokale Therapien (Bestrahlung) behandelt werden kann, erfordert das Multiple Myelom eine systemische Behandlung. Eine genaue Diagnose nach den IMWG-Kriterien sowie eine regelmäßige Nachsorge sind entscheidend, um die bestmögliche Versorgung zu gewährleisten.
Onkopedia Leitlinien: Multiples Myelom Link
International Myeloma Working Group (IMWG) Link
Weber DM. Solitary bone and extramedullary plasmacytoma. Hematology Am Soc Hematol Educ Program. 2005:373-6. doi: 10.1182/asheducation-2005.1.373. PMID: 16304406. Link zum Originalartikel
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