Immunglobuline
Bei den Immunglobulinen werden unterschiedliche Immunglobulinklassen unterschieden: IgG, IgA, IgM
Beim Multiplen Myelom ist meist eine dieser Immunglobulinklassen deutlich erhöht. Am häufigsten sind die Immunglobulinklassen IgG und IgA betroffen. Man spricht dann von einem IgG oder IgA Multiplen Myelom. Wichtig ist, festzustellen ob die Erhöhung der Immunglobuline durch die Produktion nur eines fehlerhaften Antikörpers erfolgt (dies spricht dann für ein Multiples Myelom) oder ob insgesamt zu viele funktionierende Antikörper gebildet werden (Dies spricht für eine Aktivierung des Immunsystems anderer Ursache). Bei der Unterscheidung helfen uns die Eiweißelektropherese und die Immunfixation.
Ist der IgM-Wert erhöht, kann auch eine mit dem Multiplen Myelom verwandte Erkrankung, ein Lymphoplasmozystisches Lymphom, der sogenannte Morbus Waldenström, vorliegen.
M-Protein
Dieser Wert gibt die Menge des monoklonalen Proteins (also des monoklonalen IgG, IgA oder IgM) im Blut an. Ein erhöhter Wert weist auf die Aktivität der krankhaften Plasmazellen hin.
Höhere Werte können auf eine aktive Erkrankung hindeuten, während sinkende Werte ein Ansprechen auf die Therapie anzeigen.
Freie Leichtketten (Kappa und Lambda)
Diese Fragmente von Antikörpern werden ebenfalls im Überschuss produziert. Wichtig ist das Verhältnis von Kappa zu Lambda Leichtketten, da ein Ungleichgewicht auf ein Multiples Myelom hinweisen kann.
Ein stärker gestörtes Verhältnis der beiden Leichtketten kann auch ein Hinweis auf das Fortschreiten der Erkrankung sein.
Freie Leichtketten haben eine kleine Molekülmasse, daher werden sie durch die Nieren ausgeschieden und können dann auch im Urin gemessen werden. Werden die freien Leichtketten vermehrt im Urin nachgewiesen spricht man von Bence-Jones-Proteinurie.
Eiweißelektrophorese und Immunfixation
Eiweißelektrophorese
Bei dieser Untersuchung werden die Serum-Proteine aufgetrennt, sodass unter anderem die einzelnen Immunglobulinfraktionen getrennt sichtbar werden. Zeigt sich hier ein hoher spitzer Ausschlag in einer der Immunglobulinfraktionen spricht dies für das Vorliegen von einem monoklonalen Protein (M-Protein), man spricht dann auch von einem M-Gradient in der Eiweißelektrophorese. Der M-Gradient zeigt die Menge und das Vorhandensein des monoklonalen Proteins an.
Immunfixation
Diese Technik wird verwendet, um die genaue Art der monoklonalen Proteine zu identifizieren. Die Immunfixation kann mit Blut-Serum oder Urin durchgeführt werden.
Die Immunfixation bestätigt das Vorhandensein von M-Proteinen und Bence-Jones-Proteinen (so heißen die freien Leichtketten wenn Sie im Urin nachweisbar sind).